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Frühjahrsopen Runde 3
03.06.2022 19:00
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Frühjahrsopen Runde 4
17.06.2022 19:00
19 Jun
Mannschaftsmeisterschaften
19.06.2022 10:00

Aktuelle Infos

Trainings- und Spielabende in der Begegnungsstätte:
immer freitags ab 16.30
sowie mittwochs von 16.30 Uhr bis ca. 19.00 Uhr für Kinder und Jugendliche

Am 21.11.2021 trat unsere erste Mannschaft zum Heimspiel gegen die nominell mit Abstand stärkste Mannschaft der Liga, den HSK II an. Allerdings mussten die Gegner zwei Bretter freilassen. Außerdem boten sie nicht die beste Besetzung auf. Dennoch waren unsere Kontrahenten bis auf eine Ausnahme an allen Brettern 100-200 DWZ-Punkte besser. In einem Fall noch darüber hinaus. So war der Matchplan von HSK II klar: Mit nur 6 Spielern den Kampf für sich zu entscheiden. Entsprechend konzentriert und energisch gingen unsere Gegner zu Werke. Dass der Plan letztlich nicht ganz aufging, hatte im Wesentlichen zwei Gründe.

Der eine Grund war das Spielgeschehen an Brett 3: Dort sah sich FM Polster als Weißer gegen Christian mit der romantisch-scharfen Fritz-Variante im Zweispringerspiel konfrontiert. In dieser Stellung attackierte Weiß die schwarze Dame mit 14.d3. Wie soll Schwarz reagieren?

Christian, der schon in der ersten Runde gegen Tempo Göttingen sehr stark gespielt hatte, zeigte sich wieder in blendender Verfassung und spielte 14.-Se3! Nach 15.Lc6 Lxc6  16.Dxc6 folgte 16.-Lb4+!  17.Sc3 (17.Ld2 Txb2) 

 17.- dxc3!

18.bxc3 Dxg2  19.Dxg2 Lxc3+  20.Ke2 Sxg2 und Schwarz gewann nach wenigen weiteren Zügen.
18.Lxe3 ist ebenfalls keine Lösung. 18.-cxb2+  19.Ke2 Dg4+ und Schwarz gewinnt der Turm auf a1.

An Spitzenbrett zeigte Dr. Torben Schulze eine bärenstarke Vorstellung. Sven wehrte sich geschickt und erreichte als Schwarzer nach 1.-Sf5-e3 diese überaus komplexe Stellung, die auf den ersten Blick Grund zur Hoffnung machte:

Weiß zog 2.g6!

Auch 2.Lxe3 dxe3  3.Tf1! 0-0  4.Lh7+!! gewinnt.
Nicht aber 2.Lxe3 dxe3  3.Lg6?, da dann kaltblütig 3.-Txd2 folgt. 3.Dxf7+ und der schwarze Monarch entkommt über d8.

In der Partiefortsetzung blieb Weiß nach 2.-0-0  3.g7 Kxg7  4.De4! entscheidend im Vorteil. Oder 2.-0-0  3.De7! (bereitet den Zug gxf7 vor.) Sxd3  4.Txd3 Sxd1 5.gxf7+ und Weiß gewinnt.

Nach der Partie sammelten sich im Analyseraum gegen 14 Uhr einige Zuschauer, die ihre Partien bereits beendet hatten, um das Brett der beiden Kontrahenten. Dr. Schulze zeigte in atemberaubender Schnelligkeit einige Varianten, während sich im Turniersaal ein Drama entwickelte:

Ich komme nun zu dem zweiten Grund unseres Erfolges. Julian van Beers, der frisch gebackene U18-Meister, war für unseren erkrankten Mannschaftsführer eingesprungen, und hatte es mit Frank Spenner zu tun, der eine mehrere Hundert bessere DWZ aufzuweisen hatte. Julian, mit Weiß spielend, hatte sich bis ins Mittelspiel tadellos aufgebaut und lenkte dann mit einem Springervorstoß (15.Sg5) die weiße Energie ins Abseits.

Danach stand Weiß auf Verlust, allerdings in komplizierter Stellung. Julian verteidigte sich an mehreren Stellen sehr geschickt und hartnäckig. Seinem Gegner gelang es nicht, „den Sack zu zu machen.“ Die zermürbenden weißen Gewinnversuche endeten schließlich in einer Art assistierter Suizid:

41.-Kd5?? (Nach 41.-Kb5 hätte Schwarz immerhin remis halten können.) 42.Tc5+! Kd4  und Weiß gewann mit 43.Sxf5+ (43.Dd6+ hätte es auch getan.).

Dieser Sieg war der Schlusspunkt zum 4:4-Endstand, den man aus unserer Sicht uneingeschränkt als Erfolg betrachten muss.

Frank